„Und plötzlich war er weg.“

Das sagte eine Zeitzeugin, mit der der ehemalige Pastor von Wendhausen, Thomas Capelle, vor Jahren sprach; Die Rede war von Hans Tepelmann, Nachkomme der Familie Vieweg, die mit Wendhausen eng verflochten war. Heute würde man sagen, ein wenig schlicht von Gemüt, war er glücklich verheiratet, angelte gern am Umflutgraben des Schlosses Wendhausen – und wurde 1941 als Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“ ermordet.

Am Schloss Wendhausen wurde am 30.06.2026 das Bronzerelief für Hans Tepelmann feierlich enthüllt. Damit erhält seine Geschichte einen dauerhaften Platz im öffentlichen Gedächtnis. Der Braunschweiger Künstler Denis Stuart Rose hat dem Relief einen tiefen Sinn gegeben: „Es zeigt den Negativ-Abdruck des Kopfes von Hans Tepelmann, der weg ist, aber eine Spur hinterlässt.“, gab er Einblick in die Entstehung seines Werkes.

Zahlreiche Spenden ermöglichten die Verwirklichung des Werkes. Wir freuen uns, dass auch die Stiftung Lebendiges Lehre dazu beitragen durfte – als Ausdruck unseres Engagements für eine lebendige Erinnerungs- und Begegnungskultur.

In ihren Ansprachen unterstrichen Edelgard Hahn, eine Vertreterin der Westermann-Gruppe als Nachfolgeunternehmen des Vieweg Verlags, Thomas Capelle und Uwe Otte die Bedeutung des Erinnerns und der Verantwortung jedes Einzelnen für unsere Gesellschaft.

Erinnerung braucht Orte – und Menschen, die sie möglich machen. Wir danken den Initiatoren für ihren Einsatz. Das Relief am Schloss Wendhausen setzt ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde, gegen das Vergessen und für eine offene, demokratische Gesellschaft.